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Gepostet by on Okt 10, 2018 in Blog |

Tech Talent Management

Wie muss eine Organisation aufgestellt sein, um für SoftwareentwicklerInnen und Fachkräfte aus dem Bereich IT attraktiv zu sein?

Am 1. Juni 2018 fand in Berlin das Talents4Good und tbd*-HR Frühstück statt. Thema war „Tech Talent Management“ und die große Frage, wie ich SoftwareentwicklerInnen und Fachkräfte aus dem Bereich IT für meine gemeinnützige Organisation finde.

Zu Gast war Simon Stegemann, CEO und Gründer von N3XTCODER, einer Beratungsfirma für digitale Produkte mit Impact. In seinem Kurzvortrag ging er auf folgende Themen ein

  • Care/Lead/Involve – was für eine Arbeitsumgebung suchen SoftwareentwicklerInnen?
  • Welche Faktoren sind IT-lern wichtig bei der Jobwahl?
  • Wie sieht eine spannende Stellenanzeige für SoftwareentwicklerInnen aus?
  • Wo finde ich Menschen mit IT Know-how und Herz für die gute Sache?
  • Was sollte ich beim Bewerbungsprozess beachten?
  • Das Gehalt – was ist üblich, was kann eine Organisation zusätzlich bieten?

Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte kurz und bündig zusammengefasst:

Care/Lead/Involve – was für eine Arbeitsumgebung suchen SoftwareentwicklerInnen?

Care: SoftwareentwicklerInnen wünschen sich eine Arbeitsumgebung, in der sich um sie gekümmert wird. Das beginnt oft im Kleinen, indem man sich regelmäßig nach dem persönliche Befinden erkundigt. Die Kür sind dann Services, wie z.B. eine Reinigungskraft für die Privatwohnung, Umzugsservice, Wäscheservice, Essenslieferungen etc.

Lead: Viele SoftwareentwicklerInnen wünschen sich eine klare Vision der Organisation, die sich in einer Strategie wiederfindet, die sich nicht alle paar Wochen ändert. Dazu gehören klar kommunizierende Führungskräfte sowie verbindliche Absprachen und Deadlines.

Involve: SoftwareentwicklerInnen wollen nicht nur als interne DienstleisterInnen betrachtet werden, sondern wollen viel mehr schon früh in die (strategischen) Prozesse mit eingebunden werden. Das ist sehr gewünscht und macht eine Stelle attraktiv.

Welche Faktoren sind IT-lern wichtig bei der Jobwahl?

Für SoftwareentwicklerInnen sind eine Vielzahl von Faktoren wichtig bei der Wahl des nächsten Jobs:

  • Gehaltspakete, eventuell inklusive Anteile an der Firma, Boni
  • Krankenversicherungen/Umgang mit Krankheitstagen – gerade für IT-lerInnen aus dem Ausland ist das deutsche Gesundheitssystem spannend, Bedarf aber einiger Erklärungen
  • Anzahl der Urlaubstage, Urlaubsreglungen
  • Teilzeitmöglichkeiten
  • Fortbildungen
  • Mitgliedschaften, z.B. bei Fitness-Studios oder Ähnlichem
  • Die Arbeitskultur (gibt es z.B. internationale Mitarbeitende, wie ist die Hierarchiestruktur etc.)
  • Wie wird mit Überstunden umgegangen

Wie sieht eine spannende Stellenanzeige für SoftwareentwicklerInnen aus?

Wichtig ist herauszustellen, was die Organisation konkret in der Welt verbessert und wie man als SoftwareentwicklerIn einen Beitrag dazu leistet. Oftmals sind die Organisationen des (deutschen) Dritten Sektors noch relativ unbekannt, daher: gerne ausholen und nicht mit den Wirkungsstatistiken der eigenen Organisationen geizen. Zudem kann auf die oben genannten Punkte unter „Faktoren, die wichtig bei der Wahl des nächsten Jobs für SoftwareenticklerInnen sind“ eingegangen werden. Die Stellenanzeige soll begeistern, absolut ehrlich sein und darf auch etwas länger sein, da SoftwareentwicklerInnen in der Regel gerne das geschriebene Wort einem Telefonat vorziehen.

Wo finde ich Menschen mit IT Know-how und Herz für die gute Sache?

  • Auf Meetups der Szene
  • Auf der Seite von Stack Overflow, einem der momentan besten Kanäle (ist allerdings teuer)
  • In Cafés in denen sich SoftwareentwicklerInnen tummeln, einfach die Menschen ansprechen, die schon sehr viele Aufkleber auf ihren Laptops haben
  • Netzwerke anzapfen, z.B. der bereits existierenden IT-lerInnen in der Organisation
  • Je nach Stelle macht eine Ausschreibung auf tbd.community und/oder eine Beratung durch Talents4Good Sinn – einfach kurz anrufen und fragen

Was sollte ich beim Bewerbungsprozess beachten?

Der Prozess sollte schnell sein, da gefragte BewerberInnen schnell vom Markt sind. Das bedeutet, sobald eine spannende Bewerbung reinkommt, einen persönlichen Termin vereinbaren (gerne auch lockere Gesprächsrunde beim Mittagessen), das Github-Profil  (eine Art Linkedin für SoftwareentwicklerInnen) durch jemanden anschauen lassen, der technisches Know-how hat und dann die technische Expertise durch eine Aufgabenstellung/Problembewältigung mit einem technischen Experten begleitet, prüfen.

Das Gehalt – was ist üblich, was kann eine Organisation zusätzlich bieten

Das Gehalt hängt vom Standort und dem Erfahrungslevel ab.

Juniors: € 40.000+ (Arbeitnehmerbrutto)

Mid-level: € 50.000+

Seniors: € 70.000+

Zusätzliche Gehaltsbestandteile können sein:

  • Anteile an der Firma
  • Teilzeit
  • Homeoffice
  • Man darf den Hund mit ins Büro bringen
  • Das neuste Equipment auch zur privaten Nutzung (Laptop, Handy)
  • Betriebsrente
  • Mitgliedschaft für Sport/Clubs etc.
  • Zusätzliche Urlaubstage
  • Budget für Fortbildungen
  • Zusätzliche Krankenversicherungen
  • Überstundenausgleich durch Freizeit oder Geld
  • Verpflegung am Arbeitsplatz
  • Services wie Reinigung der Privatwohnung, Wäscheabholung, Essenslieferungen

 

Simon Stegemann bekräftigte, dass viele SoftwareentwicklerInnen ein großes Herz für die gute Sache haben und großes Interesse daran haben, für Organisationen aus dem Dritten Sektor zu arbeiten. Allerdings fehlt vielen der Zugang und das Wissen über die Organisationen. Jetzt liegt es an uns, dies zu ändern – packen wir es an. Gemeinsam.

 

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